7 Wege Prokrastination zu minimieren

4 Apr 2009 by Stefan Wabner, 12 Comments »
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Photo: Phillipp Leser

Klar steht eine wichtige Aufgabe an und ja, sie muss bis Mittwoch Nachmittag erledigt sein. Nur blöd, dass wir gerade jetzt bemerken, wie unordentlich die Abstellkammer ist, dass unser Kleiderschrank mal ausgeräumt und alles wieder fein säuberlich zusammengelegt werden müsste. Wartet im Downloadordner nicht schon längst die nächste Folge Prison Break? Warum fallen uns diese Dinge gerade dann auf, wenn wir dringende Sachen erledigen müssen? Hmm, ganz einfach: wir haben eigentlich gar keine Lust darauf, unterbewusst wissen wir das (bewusst meistens auch). Deshalb versucht sich unser Körper und Geist mit allen Mitteln dagegen zu wehren. Cleveres Bürschchen!

Leider gibt es dann doch die ein oder andere Erledigung, die es zu beenden gilt. Hier 7 Tipps wie wir gegen das süße Prokrastinieren ankämpfen.

1. Überlegt, ob die Arbeit wirklich sofort getan werden muss. Manche Dinge passieren einfach von selbst. Bäume wachsen, Flüsse fließen und auch die Briefe der GEZ versiegen bei Nichtbeachten wie von Geisterhand. Viele Probleme scheinen nur auf den ersten Blick wichtig, dringend oder beides. Was wirklich wichtig ist, meldet sich meist von ganz allein wieder und besteht darauf erledigt zu werden. (GEZ Briefe gehören nicht dazu.)

2. Zerteilt die Arbeit in kleine Häppchen. Vor dem bösen, großen Manfred hatte in  der Schule jeder Angst. Riesige Projekte vermitteln oft denselben Eindruck. Zerlegt man die Arbeit in mundgerechte Häppchen, verschwindet nicht nur die Furcht, sondern die Aufgabe fällt auch leichter. Lieber heute ein kleines Stück weitergekommen, als gar nicht erst angefangen. Nach der ersten Minute fließt die Arbeit in der Regel wie von selbst.

3. Schalte das Internet aus. Es ist zu einfach, sich ablenken zu lassen. So viele Blogs, die gelesen werden möchten, so viele YouTube Videos, die bewertet werden müssen. Bald ertappt man sich beim Versenden von lustigen Videos an alle Freunde. Trennt die Verbindung bis die Aufgabe erledigt ist. Wer dafür im Netz recherchieren muss, schaltet Skype und das Mailprogramm aus. Wenn ihr gerade jetzt an einer Aufgabe arbeitet und euch von diesem Artikel ablenken lasst, dann ist das hier die Erinnerung: Fenster des Browsers schließen,  noch einen Schluck Kaffee, weiterarbeiten.  (OK, Ihr könnt noch zu Ende lesen, danach aber wirklich)

4. Dein Schreibtisch muss nicht vorher aufgeräumt sein. Natürlich ist es schöner, wenn alles ordentlich ist. Es bringt die Aufgabe aber keinen Schritt voran. Eins kommt zum anderen, von Hundertstel zum Tausendstel und bevor man sich es versieht, werden alle Buntstifte auf eine Länge gespitzt. Solange alles einigermaßen  Platz hat, kann alles so bleiben, wie es ist. Schaut noch einmal genauer hin. So schlimm sieht es doch gar nicht aus.

5. Benutzt keine schwierigen Hilfsmittel. Es gibt viele kleine Gadgets und Programme, die das Arbeiten erleichtern sollen. Zu blöd, dass es so viel Spaß macht sich damit zu beschäftigen um es „perfekt“ für sich einzurichten. Prokrastination tarnt sich hier besonders geschickt weil wir ja schon an dem Projekt „gearbeitet“ wird.  Nur soviel einstellen und vorbereiten wie unbedingt nötig.

6. Beginnt einfach und verbessert es später. Wer Briefe schreibt, weiß: der erste Satz ist der Schwierigste. Dies ist auch bei allen anderen Aufgaben nicht anders. Danach geht es wesentlich leichter von der Hand und die Arbeit beginnt zu fließen. Der Schlüssel ist, den ersten Stein anzustoßen. Perfektionisten haben es da besonders schwierig. Beginnt einfach und überarbeitet es später. Selbst der erste Satz kann später noch geändert werden.

7. Setzt ein noch schwierigeres Projekt auf die „noch zu erledigen“ – Liste. Der Trick ist die eigentliche Aufgabe zu erledigen, weil es einem vor der noch unliebsameren mehr graut. Funktioniert natürlich nur, wenn die schwierigere Sache auch wirklich ansteht.

Es ist nicht einfach bei einer Angelegenheit am Ball zu bleiben, auf die man keine Lust hat. Alle Tricks die Prokrastination zu umgehen, bekämpfen nur die Symptome. Wem Projekte oder die Arbeit dauerhaft keine Freude bereiten, ist besser beraten sich über Alternativen Gedanken zu machen, anstatt sich ständig durchzubeißen. Bringt mehr Freude.

Ein schönes Buch zum Thema gibt es von Sascha Lobo.

Vielen Dank an synecstasy der mich auf dieses Video aufmerksam gemacht hat:

Übrigens hier geht’s zum Artikel: Kostenlose Bilder für Blogs und Webseiten – die ultimative Anleitung


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12 Comments

  1. Alex sagt:

    Naja,der Artikel ist echt sehr gut:)Interessante Idee haben sie.Danke für alle diese Tipps,sie werden mir beim Arbeit bestimmt viel helfen…:)

  2. admin sagt:

    Vielen Dank Alex.

  3. [...] kann, wen es interessiert, was man gerade macht. Einmal begonnen, bemerkt man schnell das Suchtpotential und kann locker 2 Stunden vor der Twittermaschine verbringen. Es bringt Kurioses zum Vorschein und [...]

  4. synecstasy sagt:

    Stimmt ja alles – und eigentlich weiß man das ja auch, man will es nur nicht wahr haben – oder doch, nur nicht genau jetzt. Trotzdem hat Prokrastination ja auch etwas Gutes: http://www.synecstasy.com/2009/07/09/was-du-heute-kannst-be-oder-wo-kreativitat-herkommt/

  5. [...] · Allerlei Im Fluss Woche 34 – 2009: think eMeidi: Mythos Inbox Zero • 7 Wege Prokrastination zu minimieren | Kunst und so. • Buchauszug: „Free“: Die neuen Medienmodelle – [...]

  6. [...] „Die 12 besten Twitter Tools“. Denjenigen, die der Sucht schon verfallen sind, ist mit diesem Link eher [...]

  7. Can sagt:

    was soll man dazu noch sagen!?

    und wieder hatte ich einen grund mich abzulenken..
    musste mich ja informieren wie ich das vermeiden kann^^

  8. So sieht es aus. Aber was hat nicht mal ein weiser Mann gesagt: “Prokrastinieren ist in Ordnung so lange du auf kunstundso.com bist” :)

  9. [...] hinzu zu fügen. Überarbeitet die Texte von Zeit zu Zeit. Obwohl ich denke, dass der Artikel „7 Wege Prokrastination zu minimieren“ auch noch Zukunft bestand hat, kann es sein, dass ich eines bessern belehrt werde. Vielleicht [...]

  10. Sebastian sagt:

    Die 3. Regel ist leider die wichtigste…lese nicht in fremden Blogs wenn Du eigentlich was arbeiten solltest ;-)

    Gute Auflistung, gefällt mir. Eine Regel würde ich noch dazunehmen:

    8. Beende deine Aufgaben so, daß Du nie mehr noch einmal daran arbeiten musst. Mache die Sachen so zuende, daß sie wirklich fertig sind und nicht 99,99%. Das ist schwer, aber langfristig lohnt es sich, da der Berg der Aufgaben kleiner wird.

  11. @sebastian Aufgaben beenden ist abolut essenziell! oft liegen viele Projekte rum, bei denen kleine aber entscheidende Dinge fehlen. Ich glaube man muss sich immer wieder Fragen: “Was muss ich tun, um hinter diese Aufgaben einen Haken zu setzen?” Ich glaube Du hast mich gerade für einen neuen Post inspiriert. Danke dafür.

  12. [...] der Zeit und Energie frisst, ohne wirklich etwas zu erreichen. Es gibt ein Wort dafür: prokrastinieren. Unwichtige kleine Aufgaben erledigen, um die wichtigen nicht tun zu müssen. Wesentliche [...]

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