Effektives Lernen „on demand“

Bücherrücken

Das Internet ist wie Geld oder Atomenergie, weder gut noch schlecht. Es liegt an jedem selbst, auf welche Weise er es nutzen möchte. Viele verwenden es neben der Kommunikation zum lebenslangen Lernen. Es ist nicht nur möglich, sich in kurzer Zeit über alle möglichen Themen, und seien sie noch so absurd, zu informieren. Meist findet man auch gleich eine gut aufgestellte Community dazu. Dies gilt auch für alle erdenklichen lernbaren Fähigkeiten von Breakdance über Papierflieger basteln bis zum Bauen von U-Booten.

Was aber tun mit den unendlichen Möglichkeiten? Wissenswertes und „How to“-Guides liegen tonnenweise nur einen Mausklick entfernt. Jedermann kann innerhalb eines gewissen Zeitraumes eine Art Miniexperte, in jedem erdenklichen Gebiet, werden. Es ist wie das Sammeln von Musik und anderen Dingen: „Man könnte alles irgendwann einmal gebrauchen.“ Schluss damit! Erteilt dem Wissensmessie in Euch eine Absage, getreu der Volksweisheit: „Man muss nicht alles wissen. Man muss nur wissen, wo es steht“. Beschafft Euch die Sachen erst, wenn Ihr sie benötigt!

Wissen auf Vorrat vs. Wissen auf Abruf

Vor einiger Zeit hat es mich gewurmt, dass meine Photoshopkenntnisse gegen Null tendierten. Ich war der Meinung, diese Fähigkeit „auf Vorrat“ besitzen zu müssen. Also besorgte ich mir ein Videotutorial für Anfänger und begann es mir anzuschauen. Nach 3 Monaten kam ich dann in die Verlegenheit, das gelernte Wissen anwenden zu müssen. Leider hat es nicht gereicht, um mein aktuelles Problem zu lösen, weil ich alles wieder vergessen hatte. Ich musste also erneut die richtigen Kapitel im Tutorial nachschlagen und mich nach Hilfe im Netz umschauen. Das Problem konnte innerhalb von 2 Stunden gelöst werden. Eine kurze Zeit verglichen mit den 12 Stunden, die ich mit dem Videoworkshop verschwendet habe.

An echten Problemen arbeiten

Jede Aufgabe bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Entweder sind es Tätigkeiten regelmäßiger Natur und es kann zu Routinelösungen gegriffen werden, oder es muss nach der Lösung neu recherchiert werden. Nur an echten Problemen kann Wissen effektiv erweitert werden. Paradoxerweise lernt man so die Dinge, die für das aktuelle Projekt wirklich benötigt werden. Jede Aufgabe, egal wie groß, kann in kleine handliche Aufgaben geteilt und separat bearbeitet werden. Nehmen wir z.B. das Bauen einer eigenen Homepage. Hier sind gleich mehrere Disziplinen gefragt. Angefangen vom Anmelden der Domain über Programmierkenntnisse bis hin zu Fähigkeiten in Layout und Bildbearbeitung. Es gibt zwei Grundlösungen: Entweder man hat Geld und kann sich die Lösung erkaufen, indem man den Auftrag an einen Profi vergibt, oder man muss die Fleißarbeit selber leisten. Bedeutet dies, dass man eine Ausbildung als Mediengestalter benötigt, um diese Aufgabe zu meistern? Mit Sicherheit nicht!

Google ist Dein Freund

In 99% der Fälle hatte Jemand anderes ein gleiches oder ähnliches Problem schon einmal. Deswegen finden die gängigen Suchmaschinen schnell zu den Lösungsansätzen. Es lohnt sich, etwas Zeit in die eigenen Suchfertigkeiten zu investieren. Ein paar Google-Such-Hilfestellstellungen gibt es hier im Google Cheatsheet.

Die begrenzten eigenen Ressourcen lassen es nicht zu, Wissen auf Vorrat anzuschaffen. Entweder wird es nie benötigt oder erst in ferner Zukunft. Dann ist der Stoff eventuell veraltet oder das Erinnern fällt schwer. In beiden Fällen muss das Wissen wieder neu erarbeitet werden.

Beim Lernen auf Abruf bleibt der Stoff länger hängen, weil das Gehirn den Prozess mit einem konkreten Ereignis, dem Lösen eines bestimmten Problems, verbindet. Eine effektivere Strategie als stupides Auswendiglernen.

Jede Lernweise hat ihre Vor- und Nachteile. Eine klassische Ausbildung mit mehr Hintergrundwissen stellt eine bessere Basis dar und gibt einen roten Faden durch die gesamte Materie. Ich selber habe auch mal etwas „Richtiges“ studiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass 80% des Gelernten in der Praxis nicht mehr benötigt werden und somit zu „totem Wissen“ verkommen sind.

Welche Lernstrategien bevorzugt Ihr? Lieber gründlich mit Hintergrundwissen oder „Learning on demand“?

Foto: PaPeR.cLiP

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5 Replies to Effektives Lernen „on demand“

  1. Can sagt:

    ganz klar on demand, kam auch schon in der schule nicht so ganz mit den massen an informationen klar die mich in dem moment nicht interessiert haben weil ich sie nicht brauchte..

  2. Hallo Can,
    da bist Du nicht allein. Versuche Dich mal zu erinnern was Du aus den Vielen Jahren Schulzeit noch weist bzw. auch wirklich benötigst :)

  3. Michael sagt:

    Durch das Internet gibt es viel mehr Mögiichkeiten zum Lernen. Das wichtigste ist das Wissen abrufen zu können. So kann man sich das Wissen aneignen, dass gerade benötigt wird. Mit on Demand lässt sich so zum Beispiel eine neue Programmiersprache erlernen, in dem man sich durch Tutorials arbeitet. Ich finde das eine gute Möglichkeit sein wissen zu erweitern.

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  1. Anonymous
  2. Kostenlose Bilder für Blogs und Webseiten – die ultimative Anleitung > Kunst und so!

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