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	<title>Kunst und so. &#187; verdienen</title>
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	<description>Selbstvermarktung, Leidenschaft und kreatives Zeitverdienen.</description>
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		<title>Schluss mit &#8220;beschäftigt sein&#8221;!</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 10:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wabner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn ich jedes mal nur einen Cent für das Hören des Satzes "Ich habe keine Zeit, weil ich so viel zu tun habe." bekommen würde, wäre ich ein reicher Mann. Zugegeben, mir kam er auch schon über die Lippen, aber ich beteuere Besserung. Es gibt einen großen Unterschied zwischen produktiv und beschäftigt sein.]]></description>
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<div id="attachment_12311" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><a href="http://www.kunstundso.com/2010/07/22/schluss-mit-beschaftigt-sein/"><img class="size-full wp-image-12311 " title="Beschäftigt sein multitasking" src="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/07/Beschäftigt-sein-multitasking.jpg" alt="Beschäftigt sein multitasking Schluss mit beschäftigt sein!" width="500" height="375" /></a><p class="wp-caption-text">Alle Hände voll zu tun. Foto: niezwyciezony </p></div>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/c1d01154c2724ee8ae89c2a8cc66f90d" alt=" Schluss mit beschäftigt sein!" width="1" height="1" title="Schluss mit beschäftigt sein!" /><br />
Wenn ich jedes mal nur einen Cent für das Hören des Satzes &#8220;Ich habe keine Zeit, weil ich so viel zu tun habe.&#8221; bekommen würde, wäre ich ein reicher Mann. Zugegeben, mir kam er auch schon über die Lippen. Ich beteuere Besserung. Es gibt einen großen Unterschied zwischen produktiv und beschäftigt sein.<span id="more-12301"></span></p>
<h3><strong>Beschäftigt sein</strong></h3>
<p>Wir alle sind gern beschäftigt. Es fühlt sich gut an. Es beruhigt das Gewissen, etwas getan zu haben. Und das hat man auch. Leider nicht die wichtigen Sachen. Es ist einfach, sich mit tausend Dingen zu beschäftigen. Aber es ist ein Kampf gegen Windmühlen, der Zeit und Energie frisst, ohne wirklich etwas zu erreichen. Es gibt ein Wort dafür: <a href="http://www.kunstundso.com/2009/04/04/7-wege-prokrastination-zu-minimieren/">prokrastinieren</a>. Unwichtige kleine Aufgaben erledigen, um die wichtigen nicht tun zu müssen. Wesentliche Herausforderungen anzugehen, erfordert ein höheres Maß an Konzentration und Selbstdisziplin. Es spart aber alle Recourcen, die für den andere Dinge nutzen kann.</p>
<h3><strong>Produktiv sein</strong></h3>
<p>Wer sich seine ToDo &#8211; Liste anschaut, und sich bei jedem Punkt fragt: &#8220;Bring diese Aufgabe wirklich das Hauptprojekt voran?&#8221;, der findet sich am Ende mit einer Aufstellung von zwei maximal drei Dingen wieder. Diese Aufgaben sind wirklich wichtig. Es sind meist die Themen, die man gern nach hinten schiebt, weil sie unangenehmer sind, als Blumen gießen oder Socken zu bügeln. Aber sind sie einmal erledigt, fühlt man sich doppelt so stolz als mit den 20 anderen kleine erledigten Dingen. Und huch, plötzlich fehlt der Druck, den Rest der gestrichenen &#8220;to Do&#8221;-Liste zu erledigen. Ihr kennt das ja, die Wohnung war noch nie so aufgeräumt wie in Prüfungszeiten.</p>
<h3><strong>Zeit verdienen</strong></h3>
<p>Nach dem Erledigen der wirklich wichtigen Aufgaben, habt Ihr genug Zeit verdient. Zeit zum entwerfen, etwas zu erschaffen oder einfach für Euch.</p>
<p>Welche Hilfsmittel benutzt Ihr um Euch auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren?</p>
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		<title>Jeder Künstler benötigt 1.000 wahre Fans</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 19:43:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wabner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1.000 wahre Fans

Der lange Schweif ist bekanntlich eine gute Nachricht für zwei Arten von Leuten, einige erfolgreiche Ansammler, wie Amazon und Netflix, und 6 Milliarden Verbraucher. Ich denke, dass von diesen beiden die Verbraucher einen größeren Nutzen aus dem versteckten Reichtum in unendlich vielen Nischen zieht.]]></description>
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<p><a href="http://www.kunstundso.com/2010/04/18/1-000-wahre-fans/"><img class="alignnone size-full wp-image-6631" title="1000 wahre Fans" src="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/04/1000-wahre-Fans.jpg" alt="1000 wahre Fans Jeder Künstler benötigt 1.000 wahre Fans" width="451" height="254" /></a></p>
<p>Vielen Dank an <a href="http://www.flocutus.de/" target="_blank">Florian Blümm</a> der sich die Mühe gemacht hat, Kevin Kelly&#8217;s Artikel <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/03/1000_true_fans.php">1,000 True Fans</a>, ins Deutsche zu übersetzen. Der Artikel ist hochgradig interessant für alle, die ihr Brot im Nischen-Dasein verdingen. Lest selbst:<span id="more-6621"></span></p>
<h4>1.000 wahre Fans</h4>
<p>Der lange Schweif ist bekanntlich eine gute Nachricht für zwei Arten von Leuten, einige erfolgreiche Ansammler, wie Amazon und Netflix, und 6 Milliarden Verbraucher. Ich denke, dass von diesen beiden die Verbraucher einen größeren Nutzen aus dem versteckten Reichtum in unendlich vielen Nischen zieht.</p>
<p>Doch der lange Schweif ist ein ausgesprochen zweischneidiges Schwert für Kreative. Einzelne Künstler, Produzenten, Erfinder und Hersteller werden in der Gleichung übersehen. Der lange Schweif trägt nicht viel zu den Verkäufen der Kreativen bei, aber sorgt für einen massiven Wettbewerb und übt endlosen Verfallszwang auf die Preise aus. Wenn ein Künstler kein großer Ansammler der Werke von anderen Künstlern wird, dann bietet der lange Schweif keinen Weg aus der Flaute der unbedeutenden Absätze.</p>
<p>Was also bleibt einem Künstler übrig um dem langen Schweif zu entkommen, wenn er nicht auf einen Blockbuster-Hit abzielt?</p>
<p>Eine Lösung ist es 1.000 wahre Fans zu finden. Obwohl bereits einige Künstler diesen Weg für sich entdeckt haben ohne ihn so zu nennen, sollte sich der Versuch einer Formalisierung lohnen. Die Kernaussage von 1.000 wahren Fans ist einfach gesagt:</p>
<p>Ein Kreativer, wie ein Künstler, Musiker, Fotograf, Handwerker, Künstler, Trickfilmer, Designer, Filmemacher oder Autor &#8211; mit anderen Worten, jeder, der Kunstwerke herstellt &#8211; muss nur 1.000 wahre Fans versammeln um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.</p>
<p>Ein wahrer Fan versteht sich als jemand, der alles und jedes Produkt kauft. Sie fahren 200 Meilen, um eine Gesangsdarbietung zu sehen. Sie kaufen das neu aufgelegte Box-Set in der hochauflösenden Super Deluxe Version, obwohl sie bereits die niedrig auflösende Version des Produktes haben. Sie haben einen Google Alarm auf den Künstlernamen. Sie bookmarken die eBay-Seite, wo die alten, ausverkauften Auflagen auftauchen. Sie kommen auf Eröffnungen. Sie wollen Autogramme in ihren Exemplaren. Sie kaufen das T-Shirt und die Kaffeetasse und den Hut. Sie können die Veröffentlichung der nächsten Arbeit kaum erwarten. Sie sind wahre Fans.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6641" title="TrueFans-1" src="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/04/TrueFans-1.jpg" alt="TrueFans 1 Jeder Künstler benötigt 1.000 wahre Fans" width="450" height="276" /></p>
<p>Um den Absatz aus der Nullinie des langen Schweifes zu heben benötigt man eine direkte Verbindung mit seinen echten Fans. Eine andere Möglichkeit, dies auszudrücken ist, dass man tausend weniger bedeutende zu tausend wahren Fans bekehren muss.</p>
<p>Eine konservative Annahme ist, dass jeder wahre Fan pro Jahr einen Tageslohn zur Unterstützung beisteuert. Dieser Tageslohn ist ein Durchschnittswert, denn natürlich werden die wahrsten Fans viel mehr ausgeben. Wenn wir folgern, dass also jeder echte Fan 100 US-Dollar pro Jahr ausgibt. Sobald man über 1.000 Fans verfügt, summiert sich dieser Betrag auf 100.000 US-Dollar pro Jahr, was abzüglich der bescheidenen Unkosten den Lebensunterhalt für die meisten Leute deckt.</p>
<p>Eintausend ist eine akzeptable Zahl. Man könnte bis 1.000 zählen.Wenn man es schafft jeden Tag einen neuen Fan zu gewinnen, dann würde es nur 3 Jahre dauern. Echtes Fantum ist im Bereich des Möglichen. Einem echten Fan gerecht zu werden ist angenehm und belebend. Es belohnt den Künstler, sich treu zu bleiben, sich in die einzigartigen Aspekte seiner Arbeit zu vertiefen, die Qualitäten, die echte Fans zu schätzen wissen.</p>
<p>Die zentrale Herausforderung ist, den direkten Kontakt zu seinen 1.000 echten Fans aufrecht zu haltenSie zeigen ihre Unterstützung direkt. Vielleicht kommen sie zu Hauskonzerten, oder sie kaufen DVDs von der Website, oder sie bestellen Abzüge von Pictopia. Man sollte versuchen möglichst den vollen Umfang der Unterstützung einzubehalten. Außerdem profitiert man von direktem Feedback und von Wertschätzung.</p>
<p>Die Technologien von Vernetzung und Kleinstauflagenfertigung machen diesen Zusammenschluss möglich. Blogs und RSS-Feeds lassen Nachrichten über anstehende Auftritte oder neue Werke heraussickern. Webseiten stellen Galerien der bisherigen Arbeit zur Schau, Archive von biographischen Informationen und Kataloge von Krimskrams. CD Verfielfältigungsdienste, Blurb, Rapid-Prototyping Dienste, Myspace, Facebook, und die gesamte digitale Domäne tun sich alle zusammen, um Vervielfältigung und Verbreitung in kleinen Mengen schnell, preiswert und bequem zu bieten.Man braucht keine Millionenschar von Fans als Rechtfertigung für etwas Neues. Lediglich eine Tausendschaft ist schon ausreichend.</p>
<p>Dieser kleine Kreis von eingefleischten Fans, deren Unterstützung einen Lebensunterhalt ausmachen kann, ist umgeben von konzentrischen Kreisen weniger bedeutender Fans. Diese Leute werden nicht alles kaufen, und nicht den direkten Kontakt suchen, aber sie kaufen dennoch einiges von dem was man produziert. Die Prozesse zur Umsorgung wahrer Fans werden auch weniger bedeutende Fans befriedigen. Beim Ringen um neue wahre Fans, kann man auch viele weitere weniger bedeutende Fans für sich gewinnen. Wenn man dies immer weiter treibt, könnte man tatsächlich am Ende mit Millionen von Fans dastehen und einen Hit landen. Ich kenne keinen Kreativen, der nicht daran interessiert wäre, eine Million Fans zu haben.</p>
<p>Aber das Wesen dieser Strategie ist die Behauptung, dass kein Hit nötig ist, um zu überleben. Man braucht nicht auf das kleine Ziel der Bestseller abzuzielen um dem langen Schweif zu entkommen.Es gibt einen Punkt in der Mitte, der nicht besonders weit vom Schweif entfernt ist, an dem man aber zumindest seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Dieser Zufluchtsort auf halbem Weg heißt 1.000 wahre Fans. Er verheißt ein alternatives Ziel für die Anstrengungen eines Künstlers.</p>
<p>Junge Künstler, die in diese digital vermittelte Welt eintauchen, haben eine Alternative zum Ruhm, eine Alternative die durch die gleiche Technologie möglich wird, die den langen Schweif hervorbringt. Anstatt sich die umkämpften und unwahrscheinlichen Gipfel von Platin Hits, Bestseller-Blockbusters, und Promi-Status als Ziel zu setzen, können sie nach der direkten Verbindung mit 1.000 wahren Fans streben. Dies ist eine viel vernünftigere Zielsetzung. Man verdient einen Lebensunterhalt, statt einem Vermögen. Man ist nicht von gleichförmiger und modischer Begeisterung umgeben, sondern von wahren Fans. Und es ist viel wahrscheinlicher dort zu landen.</p>
<p>Ein paar Vorbehalte. Diese Formel &#8211; Eintausend direkte, wahre Fans &#8211; ist auf eine Person zugeschnitten, den Solo-Künstler. Was passiert in einem Duett, Quartett oder einer Film-Crew? Natürlich, man braucht mehr Fans. Aber die zusätzlichen Fans, die man benötigt stehen in direktem Verhältnis zum geometrischen Zuwachs der kreativen Gruppe. Mit anderen Worten, wenn man die Gruppengröße um 33% vergrößert benötigt man nur 33% mehr Fans. Dieses lineare Wachstum steht im Gegensatz zum exponentiellen Wachstum, mit dem viele Dinge im digitalen Betätigungsfeld aufgebläht werden. Es würde mich nicht überraschen, wenn der Wert der wahren Fans dem üblichen Ansatz des Netzwerkeffektes folgt, und mit dem Quadrat der Anzahl der Fans zunimmt. Wenn die wahren Fans miteinander in Beziehung stehen, werden sie um so leichter die durchschnittlichen Ausgaben für die Werke erhöhen. Während also ein Zuwachs der an der Erschaffung beteiligten Künstler, die Anzahl der benötigten wahren Fans steigert, explodiert diese Steigerung nicht, sondern steigert sich behutsam und in einem angemessenen Verhältnis.</p>
<p>Eine wichtigere Warnung: Nicht jeder Künstler ist dazu bestimmt, oder willens, seine Fans zu umsorgen. Viele Musiker wollen einfach nur Musik spielen, oder Fotografen wollen einfach nur Bilder schießen, oder Maler malen, und ihr Wesen tendiert nicht danach sich mit Fans zu beschäftigen, am <strong>Allerwenigsten</strong> mit wahren Fans. Diese Kreativen brauchen einen Vermittler, einen Manager, einen Abfertiger, einen Agenten, einen Galleristen — jemanden, der sich um ihre Fans kümmert. Trotzdem können sie immer noch das gleiche Ziel inmitten der 1.000 wahren Fans ansteuern. Sie arbeiten halt in einem Duett.</p>
<p>Eine dritte Abgrenzung. Am besten sind direkte Fans. Die Zahl der wahren Fans, die notwendig sind, um einen<strong>indirekten</strong> Lebensunterhalt zu verdienen bläht sich schnell, aber nicht unendlich, auf. Nehmen wir das Bloggen als Beispiel. Da die Fan Unterstützung für einen Blogger ihren Weg über das Anklicken von Werbebannern nimmt (ausgenommen der gelegentlichen <a href="http://www.kunstundso.com/hier-werben/" target="_blank">Spende</a>), werden mehr Fans benötigt um als Blogger seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Obwohl dies das Ziel auf dem Graph des langen Schweifs nach links verschiebt, ist es immer noch weit entfernt vom Blockbuster-Gebiet. Dies Gleiche gilt im Buchverlagswesen. Sobald Unternehmen miteingebunden sind, die den Großteil der Einnahmen der Arbeit des Künstlers für sich beanspruchen, braucht es eine Vielzahl von wahren Fans zur Unterstützung. Je mehr der Autor den direkten Kontakt mit seinen Fans pflegt, desto geringer ist die nötige Anzahl.</p>
<p>Letztlich mag die tatsächliche Anzahl von der Art des Mediums abhängen. Vielleicht sind es 500 wahre Fans für einen Maler und 5.000 wahre Fans für einen Filmemacher. Die Zahlen schwanken sicherlich auf der ganzen Welt. Aber eigentlich ist die tatsächliche Anzahl nicht kritisch, weil sie nicht bestimmt werden kann ohne diesen Ansatz zu versuchen. Sobald man diesem Vorhaben aber nachgeht, wird die tatsächliche Zahl sich von allein ergeben. Das Ergebnis ist die Anzahl der wahren Fans, die für einen funktioniert. Mein Schema mag sogar um eine Größenordnung abweichen, aber es handelt sich immer noch um weit weniger als eine Million.</p>
<p>Ich habe die Literatur nach allen Verweisen zur nötigen Anzahl der wahren Fans durchstreift. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Suck.com">Suck.com</a> Mitbegründer Carl Steadman hatte eine Theorie über Mikroberühmtheiten. Nach seinem Ansatz ist eine Mikroberühmtheit jemand, der für 1.500 Personen berühmt ist. Diese fünfzehnhundert Leute sollen also für die Mikroberühmtheit schwärmen. Ein Zitat von <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/03/%20http://www.oblomovka.com/entries/2004/08/08#1091959020">Danny O’Brien</a> lautet “Wenn in jeder Gemeinde in England eine Person deinen bescheuerten Online-Comic mag. Das reicht, um den Bierkonsum das ganze Jahr lang über die T-Shirt Verkäufe zu decken.”</p>
<p>Andere nennen die Unterstützung für Mikroberühmtheiten auch Mikro-Mäzenatentum, oder verteiltes Mäzenatentum.</p>
<p>Im Jahr 1999 veröffentlichten John Kelsey und Bruce Schneier ein Modell dafür in First Monday, einem Online-Magazin. Sie nannten es das <a href="http://www.firstmonday.org/issues/issue4_6/kelsey/">Straßenkünstler Protokoll.</a></p>
<blockquote><p><em>Mit der Logik eines Straßenkünstlers, wendet der Autor sich direkt an die Leser, bevor das Buch veröffentlicht wird; vielleicht noch bevor das Buch geschrieben ist. Der Autor umgeht die Herausgeber und macht eine öffentliche Erklärung in der Art von: “Wenn ich 100.000 US-Dollar an Spenden erhalte, werde ich den nächsten Roman in dieser Serie schreiben.”</em></p>
<p><em> </em><em>Die Leser können auf die Webseite des Autors gehen, und dort schauen wie viel Geld bereits gespendet wurde, und Geld spenden damit er seinen neuen Roman herausbringt. Zu beachten ist, dass es dem Autor egal ist, wer bezahlt um das nächste Kapitel an die Öffentlichkeit zu bringen, noch kümmert er sich darum, wie viele Leute das Buch lesen, die nicht dafür bezahlt haben. Er interessiert sich nur dafür, dass der 100.000 US-Dollar-Topf gefüllt wird. Wenn das passiert, dann veröffentlicht er das nächste Buch. In diesem Fall bedeutet “Veröffentlichen” lediglich, “zur Verfügung stellen” und nicht “binden und im Buchhandel zu vertreiben.” Das Buch ist kostenlos erhältlich, für alle: diejenigen, die dafür bezahlt haben, und alle Anderen.</em></p></blockquote>
<p>Im Jahr 2004 verwendete der Autor <a href="http://www.ethshar.com/thesprigganexperiment0.html">Lawrence Watt-Evans</a>dieses Modell zur Veröffentlichung seines neuesten Romans. Er bat seine wahren Fans darum, gemeinsam 100 US-Dollar pro Monat zu zahlen. Als er 100 US-Dollar zusammen hatte verschickte er das nächste Kapitel des Romans. Das gesamte Buch wurde für seine wahren Fans online veröffentlicht, und später auf Papier für alle seine Fans. Er schreibt gerade an einem zweiten Roman nach dieser Methode. Er kommt mit schätzungsweise 200 echten Fans aus, weil er auch auf die traditionelle Art und Weise veröffentlicht — mit den Vorschüssen von einem Verlag, der von Tausenden von weniger bedeutenden Fans getragen wird. Andere Autoren, die Fans zur direkten Unterstützung ihrer Arbeit nutzen sind <a href="http://www.the-big-meow.com/">Diane Duane,</a> <a href="http://www.korval.com/fledgling/">Sharon Lee und Steve Miller,</a> und <a href="http://www.readersadvice.com/mmeade/scatwlds/sponsor.html">Don Sakers.</a> Game Designer <a href="http://www.gregstolze.com/ransom.html">Greg Stolze</a>verwendete ein ähnliches Modell der wahren Fans um <a href="http://www.danielsolis.com/meatbot/ransom.html">zwei vorfinanzierte Spiele</a> herauszubringen. Fünfzig seiner wahren Fans steuerten Startkapital für die Entwicklungskosten bei.</p>
<p>Das Geniale am Modell der wahren Fans ist, dass die Fans in der Lage sind, einen Künstler von den Rändern des langen Schweifs weg zu holen in einem größeren Grad, als ihre Anzahl vermuten lässt. Sie erreichen dies auf drei Wegen: pro Person mehr kaufen, direkt kaufen, so dass der Schöpfer pro Verkauf mehr erhält, und durch neue Modelle der Unterstützung.</p>
<p>Zu den neuen Modellen der Unterstützung gehört das Mikro-Mäzenatentum. Ein weiteres Modell ist die Vorfinanzierung der Neugründungskosten. Die digitale Technik ermöglicht viele Formen dieser Unterstützung durch Fans. <a href="http://www.fundable.org/">Fundable</a> ist ein web-basiertes Unternehmen, dass es erlaubt einen festen Betrag für ein Projekt zu erheben, bei gleichzeitiger Versicherung für die Förderer, dass das Projekt stattfindet. Fundable behält das Geld ein, bis der volle Betrag gesammelt wurde. Sie geben das Geld zurück, wenn die angestrebte Summe nicht erreicht wird.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-6651" title="Fundable" src="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/04/Fundable.jpg" alt="Fundable Jeder Künstler benötigt 1.000 wahre Fans" width="400" height="204" /></p>
<p>Hier ist ein Beispiel von Fundables Seite;</p>
<blockquote><p><em>Amelia, eine zwanzig jährige, klassische Sopranistin, verkaufte ihre erste CD vor, noch bevor sie ein Tonstudio betrat. “Wenn 400 US-Dollar an Vorbestellungen eingehen, werde ich den Rest [der Studio-Kosten] selbst tragen können”, sagte sie den potenziellen Förderern. Fundables Alles-oder-Nichts-Modell sorgte dafür, dass keiner ihrer Kunden Geld verlieren würde, wenn die Zielsumme nicht erreicht werden würde. Amelia verkaufte Alben im Wert von mehr als 940 US-Dollar.</em></p></blockquote>
<p>Tausend US-Dollar können nicht einmal einen hungernden Künstler lange am Leben halten, aber mit zuvorkommender Behandlung, könnte ein passionierter Künstler noch mehr aus seinen wahren Fans machen. <a href="http://www.jillsobule.com/jetpackintro.html">Jill Sobule,</a> eine Musikerin, die sich nach vielen Jahren der Touren und Aufnahmen eine stattliche Fangemeinde aufgezogen hat, kommt gut damit zurecht, dass sie sich auf ihre wahre Fans verlässt. Vor Kurzem hat sie sich dazu entschieden, sich zwecks der Finanzierung der professionellen Aufnahmegebühren für ihr nächstes Album, an ihre Fans zu wenden. Sie hat bereits fast 50.000 US-Dollar zusammen. Durch die direkte Unterstützung als Mäzen, gewinnen die Fans an Vertrautheit mit ihrem Künstler. Nach Angaben der<a href="http://news.yahoo.com/s/ap/20080303/ap_en_mu/music_making_jill_s_cd">Associated Press:</a></p>
<blockquote><p><em>&#8220;Förderer können sich für ihren Zuschuß ein Niveau aussuchen von 10 US-Dollar für “ursprünglichen Rock”, einen kostenlosen digitalen Download der CD, bis hin zum 10.000 US-Dollar “Plutonium Niveau”, für das sie verspricht “Du darfst vorbeikommen und auf meiner CD singen. Sei unbesorgt, wenn du nicht Singen kannst &#8211; das kriegen wir hin. ” Für einen Beitrag von 5.000 US-Dollar, verpflichtete sich Sobule dazu, ein Konzert im Haus des Spenders zu geben. Auf den beliebteren unteren Ebenen können Gönner Extras erwerben, wie eine weiterentwickelte Kopie der CD, eine Erwähnung im Booklet und ein T-Shirt das den Träger als “Junior Executive Producer” der CD ausgibt.</em></p></blockquote>
<p>Die übliche Alternative zu einem Leben durch wahre Fans ist die Armut. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 1995 zeigte, dass der Preis, der für ein Künstlerleben gezahlt werden muss hoch ist. Die Soziologin <a href="http://books.google.com/books?id=eDb1GI3Nr-cC&amp;pg=PA96&amp;vq=The+Value+of+Culture:+On+the+Relationship+Between+Economics+and+Arts&amp;source=gbs_toc_r&amp;cad=0_0&amp;sig=9QEYLk6aBQ9Cv39M2AuDDYFQ7NI#PPA99,M1">Ruth Towse</a> befragte Künstler in Großbritannien und stellte fest, dass das durchschnittliche Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt.</p>
<p>Ich behaupte, dass es für Kreative eine Position zwischen Armut und Ruhm gibt. Irgendwo unterhalb der luftigen Höhen der Bestseller, aber oberhalb vom Niemandsland des langen Schweifs. Ich kenne die genaue Zahl nicht, aber ich denke, dass ein passionierter Künstler 1.000 wahre Fans pflegen könnte, und durch ihre direkte Unterstützung mithilfe neuer Technologie sein ehrliches Brot verdienen könnte. Ich würde sehr gerne von jedem hören, der sich auf einen solchen Weg begeben hat.</p>
<p><strong>*** Updates</strong></p>
<p>Ein Künstler, der teilweise auf wahre Fans angewiesen ist reagierte mit der Offenlegung seiner Finanzen: <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/04/the_reality_of.php">Die Realität der Stütze durch wahre Fans</a></p>
<p>Ich stelle die Ergebnisse meiner Befragung einiger durch wahre Fans unterstützte Künstler dar: <a href="http://www.kk.org/thetechnium/archives/2008/04/the_case_agains.php">Der Tatbestand gegen 1.000 wahre Fans</a></p>
<p><em>Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von </em><a href="http://www.kk.org/"><em>Kevin Kelly</em></a><em>.<br />
Der übersetzte Artikel und damit auch diese Übersetzung werden unter einer </em><a href="http://creativecommons.org/"><em>Creative Commons</em></a><em> Lizenz angeboten.</em></p>
<p><em>German Translation with kind permission of </em><a href="http://www.kk.org/"><em>Kevin Kelly</em></a><em>.<br />
The source article and therefore this translation are provided under a </em><a href="http://creativecommons.org/"><em>Creative Commons</em></a><em> License.</em></p>
<p>Wie ist Eure Meinung zum Thema?</p>
<p><strong>Weitere interessante Artikel:</strong></p>
<p><a title="Kleines Steuer- Einmaleins Teil 3: geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) richtig absetzen" href="http://www.kunstundso.com/2010/04/12/kleines-steuer-einmaleins-teil-3-geringwertige-wirtschaftsguter-gwg-richtig-absetzen/">Kleines Steuer- Einmaleins Teil 3: geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) richtig absetzen</a></p>
<p><a title="14 besten Themeforest WordPress Themes für Freiberufler und Künstler" href="http://www.kunstundso.com/2010/10/11/14-besten-themeforest-wordpress-themes-fur-freiberufler-und-kunstler/">14 besten Themeforest WordPress Themes für Freiberufler und Künstler</a></p>
<p><a title="Mehrwertsteuer: 7 oder 19%?" href="http://www.kunstundso.com/2009/03/31/mehrwertsteuer-7-oder-19/">Mehrwertsteuer: 7 oder 19%?</a></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Wie man mit seiner Leidenschaft auf der Straße Geld verdient: Interview mit Onyx Ashanti</title>
		<link>http://www.kunstundso.com/2010/03/29/wie-man-mit-seiner-leidenschaft-auf-der-strase-geld-verdient-interview-mit-onyx-ashanti/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 20:43:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Wabner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf der Straße zu spielen ist hart. Man hat nur einen kurzen Moment, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu bekommen. Was ist Deiner Meinung nach der beste Weg, eine Verbindung zum Publikum herzustellen?

Onyx Ashanti: Während meines Sets möchte ich nicht zu den Zuschauern sprechen. Aber ich etabliere ganz genau, was ich tue, damit sie registrieren, dass die Sounds live gespielt sind. Wenn ich z.B. markante Töne spiele, bewege ich mich gleichzeitig extravagant und „gehe“ mit der Musik mit. Alles sehr spielerisch. So wird der Live-Charakter deutlich. Meine Sets haben einen Anfang, einen Mittelteil und ein klares Ende. Nur so kann ich Emotionen aufbauen und die Show steigern. Das hält meine Zuschauer davon ab weiterzugehen. Straßenmusiker, die einfach nur Songs aneinanderreihen, haben Schwierigkeiten, die Menschen länger zu halten. Am Ende der Show spreche ich mein Publikum an und erkläre, was und warum ich es mache.

Auf der Straße zu spielen ist immer ein Abenteuer, die beste Schule für Performer und Musiker. Am Ende des Tages möchtest du neben einem gutem Gefühl auch ein Paar Euros in der Tasche haben. Für Beginner stellen sich folgende zwei Fragen:

Wie wählst du deine Auftrittsorte aus?

Onyx Ashanti: Ich schaue auf die Anzahl der Leute mit Einkaufstüten. (lacht) Das heißt, ich konzentriere mich auf die Plätze, an denen die Leute sowieso Geld ausgeben. Die meisten Menschen kaufen nicht, weil sie die Dinge benötigen, sondern um sich gut zu fühlen. Wenn ich dazu beitragen kann, dass sie eine gute Zeit haben, um so besser. Es ist wichtig, die Stimmung einzufangen und die Menschen dort abzuholen. Spiele ich z.B. zur Mittagszeit und die Leute machen eine Pause oder gehen etwas essen, dann ist mein Sound auch ruhiger und relaxter. Ist es Samstag am späten Nachmittag und mein Publikum ist in Ausgehlaune, wird auch mein Sound funkiger und bereitet sie auf eine ausgelassene Partynacht vor.

Welchen Tipp hast Du parat, um Geld von deinem Publikum zu bekommen?

Onyx Ashanti: Auf der Straße zu musizieren, ist nur ein Puzzleteil des Ganzen. ich habe einen Langzeitplan. Je mehr Menschen ich mit meiner Musik begeistern kann, um so mehr zahlen sich meine Projekte in der Zukunft aus. Ich erhalte durch die Menge der Kontakte mehr Auftritts- und Kooperationsmöglichkeiten.

Jeder Musiker weiß, dass auf der Straße der Großteil des Geldes durch CD-Verkäufe eingespielt wird. CDs sind heutzutage nicht mehr so viel wert wie früher einmal. Der Inhalt einer CD ist beliebig oft kopierbar. Deswegen muss die CD als Ganzes ein Kunstwerk sein, was auch bedeutet, dass die Aufmachung in den Vordergrund tritt.

Ich biete eine CD an, bei der die Leute geben können was sie wollen. Auf Dieser befinden sich meine Stücke und Kontaktinformationen. Daneben stelle ich eine preisintensivere Variante für 20 Euro. Deren Verpackung und Inhalt ist aufwändiger gestaltet. Ich plane zur Zeit noch ein dritte Option für 40 Euro. Auf dieser CD wird es außerdem noch exklusiven Inhalt und Material für Musiker geben, um selbst Beatjazzstücke zu produzieren.

Flyer von mir gebe ich nur persönlich an mein Publikum. Touristen sind oft auf der Suche nach einem Souvenir und nehmen sich einen Flyer. Sie nehmen sich einen Flyer, ohne sich die Zeit zum Hören zu nehmen und ein Trinkgeld zu geben. Auf der Straße spiele ich kostenfrei für alle. Jeder, der sich für meine Musik interessiert, bekommt alle Informationen und kostenlosen Zugang zu meinen Stücken.]]></description>
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<div id="attachment_5581" class="wp-caption alignnone" style="width: 290px"><a href="http://www.kunstundso.com/2010/03/29/wie-man-mit-seiner-leidenschaft-auf-der-strase-geld-verdient-interview-mit-onyx-ashanti/"><img class="size-full wp-image-5581  " title="Onyx Ashanti" src="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/03/ULIPHOTOSHOOT5483.jpg" alt="ULIPHOTOSHOOT5483 Wie man mit seiner Leidenschaft auf der Straße Geld verdient: Interview mit Onyx Ashanti" width="280" height="420" /></a><p class="wp-caption-text">Nicht nur auf den Straßen Berlins unterwegs: Onyx Ashanti</p></div>
<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/8a938a62f5ca4532bcbc614345920627" alt=" Wie man mit seiner Leidenschaft auf der Straße Geld verdient: Interview mit Onyx Ashanti" width="1" height="1" title="Wie man mit seiner Leidenschaft auf der Straße Geld verdient: Interview mit Onyx Ashanti" /><br />
Onyx Ashanti ist seit 20 Jahren professioneller Musiker, spielt seinen ganz eigenen Beatjazz und hat mit vielen namhaften Künstlern wie Marshall Jefferson zusammengearbeitet. Er hat an dem Album &#8220;Kish Kash&#8221; von The Basement Jaxx mitgearbeitet, welches mal eben einen Grammy eingeheimst hat. Der passionierte Saxophonist ist auf der ganzen Welt herumgekommen und hat sich zur Zeit in Berlin niedergelassen, um weiter an seinem Sound zu basteln.</p>
<p>Ich habe mich mit Onyx getroffen, um über die Anfänge zu reden und ihn nach konkreten Tipps für Straßenkünstler zu fragen.<span id="more-5571"></span></p>
<p><strong>Wann hast Du Dich dazu entschieden, auf der Straße zu spielen?</strong></p>
<p><em>Onyx Ashanti:</em> Nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, bin ich nach Atlanta gezogen und habe in einem Süßwarengeschäft gearbeitet. Eines Tages  sah ich in meiner Mittagspause einen sehr guten Saxophonisten, der auf der Straße gespielt hat. Ich aß also mein Sandwich und war fasziniert, wie virtuos und fabelhaft er seine Stücke zum Besten gab. Ein Profi. Was mich noch mehr beeindruckte, war, dass er innerhalb von einer Stunde 40 Dollar einspielte. Zu diesem Zeitpunkt habe ich für diese Summe den ganzen Tag im Laden stehen müssen. Ich spielte selber schon Saxophon und dachte mir: Was soll&#8217;s, ich werde es einfach probieren! Also beschloss ich, meinen Job an den Nagel zu hängen und selber auf der Straße zu spielen.</p>
<p><strong>Wie ging es weiter?</strong></p>
<p><em>Onyx Ashanti:</em> Jeder, der beginnt, vor Publikum zu spielen, kennt die ersten harten Auftritte. Man ist nervös und weiß nicht so recht, was man machen soll. Mit der Erfahrung kam die Selbstsicherheit. Lange Zeit war ich der einzige Straßenperformer in diesem Stadtviertel.  Nach 8 Monaten fühlte sich auch jemand anderes inspiriert und fing an, genau wie ich auf dem Saxophon zu spielen. Obwohl wir ein gutes Verhältnis zueinander hatten, war es ein sehr harter Wettbewerb. Ich wollte etwas Neues kreieren, meine Fähigkeiten verbessern. Die Idee von Beatjazz hatte ich schon lange, ohne wirklich einen Namen dafür zu haben. Ich probierte und experimentierte mit verschiedenen elektronischem Stilen und Geräten. (lacht) Die Leute fanden es teilweise furchtbar. Auch wenn das erste Jahr eines der härtesten war, habe ich weiter gemacht und unheimlich viel gelernt dabei. Daraus ist mein Stil, der Beatjazz entstanden, an dem ich noch bis heute arbeite.</p>
<p><a href="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/03/ULIPHOTOSHOOT5219.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-5611" title="onyx Ashanti 2" src="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/03/ULIPHOTOSHOOT5219.jpg" alt="ULIPHOTOSHOOT5219 Wie man mit seiner Leidenschaft auf der Straße Geld verdient: Interview mit Onyx Ashanti" width="280" height="420" /></a></p>
<p><strong>Auf der Straße zu spielen ist hart. Man hat nur einen kurzen Moment, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu bekommen. Was ist Deiner Meinung nach der beste Weg, eine Verbindung zum Publikum herzustellen?</strong></p>
<p><em>Onyx Ashanti:</em> Während meines Sets möchte ich nicht zu den Zuschauern sprechen. Aber ich etabliere ganz genau, was ich tue, damit sie registrieren, dass die Sounds live gespielt sind. Wenn ich z.B. markante Töne spiele, bewege ich mich gleichzeitig extravagant und „gehe“ mit der Musik mit. Alles sehr spielerisch. So wird der Live-Charakter deutlich. Meine Sets haben einen Anfang, einen Mittelteil und ein klares Ende. Nur so kann ich Emotionen aufbauen und die Show steigern. Das hält meine Zuschauer davon ab weiterzugehen. Straßenmusiker, die einfach nur Songs aneinanderreihen, haben Schwierigkeiten, die Menschen länger zu halten. Am Ende der Show spreche ich mein Publikum an und erkläre, was und warum ich es mache.</p>
<p><strong>Auf der Straße zu spielen ist immer ein Abenteuer, die beste Schule für Performer und Musiker. Am Ende des Tages möchtest du neben einem gutem Gefühl auch ein Paar Euros in der Tasche haben. Für Beginner stellen sich folgende zwei Fragen:</strong></p>
<p><strong>Wie wählst du deine Auftrittsorte aus?</strong></p>
<p><em>Onyx Ashanti:</em> Ich schaue auf die Anzahl der Leute mit Einkaufstüten. (lacht) Das heißt, ich konzentriere mich auf die Plätze, an denen die Leute sowieso Geld ausgeben. Die meisten Menschen kaufen nicht, weil sie die Dinge benötigen, sondern um sich gut zu fühlen. Wenn ich dazu beitragen kann, dass sie eine gute Zeit haben, um so besser. Es ist wichtig, die Stimmung einzufangen und die Menschen dort abzuholen. Spiele ich z.B. zur Mittagszeit und die Leute machen eine Pause oder gehen etwas essen, dann ist mein Sound auch ruhiger und relaxter. Ist es Samstag am späten Nachmittag und mein Publikum ist in Ausgehlaune, wird auch mein Sound funkiger und bereitet sie auf eine ausgelassene Partynacht vor.</p>
<p><strong>Welchen Tipp hast Du parat, um Geld von deinem Publikum zu bekommen?</strong></p>
<p><em>Onyx Ashanti:</em> Auf der Straße zu musizieren, ist nur ein Puzzleteil des Ganzen. ich habe einen Langzeitplan. Je mehr Menschen ich mit meiner Musik begeistern kann, um so mehr zahlen sich meine Projekte in der Zukunft aus. Ich erhalte durch die Menge der Kontakte mehr Auftritts- und Kooperationsmöglichkeiten.</p>
<p>Jeder Musiker weiß, dass auf der Straße der Großteil des Geldes durch CD-Verkäufe eingespielt wird. CDs sind heutzutage nicht mehr so viel wert wie früher einmal. Der Inhalt einer CD ist beliebig oft kopierbar. Deswegen muss die CD als Ganzes ein Kunstwerk sein, was auch bedeutet, dass die Aufmachung in den Vordergrund tritt.</p>
<p>Ich biete eine CD an, bei der die Leute geben können was sie wollen. Auf Dieser befinden sich meine Stücke und Kontaktinformationen. Daneben stelle ich eine preisintensivere Variante für 20 Euro. Deren Verpackung und Inhalt ist aufwändiger gestaltet. Ich plane zur Zeit noch ein dritte Option für 40 Euro. Auf dieser CD wird es außerdem noch exklusiven Inhalt und Material für Musiker geben, um selbst Beatjazzstücke zu produzieren.</p>
<p>Flyer von mir gebe ich nur persönlich an mein Publikum. Touristen sind oft auf der Suche nach einem Souvenir und nehmen sich einen Flyer. Sie nehmen sich einen Flyer, ohne sich die Zeit zum Hören zu nehmen und ein Trinkgeld zu geben. Auf der Straße spiele ich kostenfrei für alle. Jeder, der sich für meine Musik interessiert, bekommt alle Informationen und kostenlosen Zugang zu meinen Stücken.</p>
<p><strong>Auf der Straße kann Dein Publikum Dir ein Trinkgeld geben und die Höhe selber bestimmen. Wenn Kunden Dich für einen Auftritt buchen wollen, können sie mitunter schwer verstehen, warum Dein Auftritt Geld kostet. Was antwortest Du auf diese Einwände?</strong></p>
<p><em>Onyx Ashanti:</em> Auf der Straße spiele ich wann, wo und wie lange ich will. Es ist meine Freizeit, in der ich üben und neue Sachen ausprobieren kann. Im Club bekommen die Gäste eine einzigartige Show, die nur so gut ist, weil ich so viel Zeit auf der Straße verbracht habe. Auch wenn ich immer wieder mal höre: „Du kannst ja auch im Club üben.“ Der Club ist ein Ort, um eine saubere Performance abzuliefern und nicht zum Üben. Nebenbei ist meine Gage nicht hoch und nur dazu da, um meinen bescheidenen Lebensstandard zu halten. Ich möchte meine Zeit lieber mit dem Experimentieren an meinem Sound verbringen als mit Kellnern. Es gibt nur knapp 50 Wochenenden im Jahr, an denen ich Aufträge annehmen kann, und diese muss ich nutzen. Auf der Straße kann ich jeden Tag spielen. Wer mich auf Veranstaltungen bucht, verdient in der Regel daran, dass ich spiele. Ich denke, es ist nur fair, wenn ich für meine Aufwendungen, wie in jedem anderen Beruf, auch bezahlt werde. Die meisten Menschen verstehen das glücklicherweise.</p>
<p><strong>Welche Tipps hast Du für Beginner, die Ihr Geld auf der Straße verdienen möchten?</strong></p>
<p>Onyx Ashanti: Kündigt auf keinen Fall Eure Jobs, bevor Ihr nicht die Fähigkeiten erworben habt, um ein regelmäßiges Einkommen von der Kunst zu generieren. Es gibt viele Tage im Jahr, an denen Ihr nicht spielen könnt. Nutzt Eure Freizeit zum Üben. Schreibt Eure Erfahrungen auf und lernt von ihnen. Was ist passiert, und warum ist es passiert? Der Weg ist lang, und es geht in erster Linie darum, so viele Erfahrungen wie möglich zu sammeln und am Ende des Tages mit mehr Geld nach Hause zu gehen als vorher. Bleibt am Ball und probiert immer wieder neue Sachen aus. Mit der Zeit werdet Ihr merken, was funktioniert und was nicht. Nutzt irgend etwas Visuelles, um die Aufmerksamkeit auf Euch zu lenken. Ich benutze einen futuristischen Helm. Es macht einen Unterschied, wenn ich ihn trage. Die Leute bleiben schon allein deswegen stehen, weil sie wissen wollen, was dieser komische Vogel da veranstaltet.</p>
<p><strong>Was sind Deine Projekte für die Zukunft?</strong></p>
<p>Onyx Ashanti: Zur Zeit arbeite ich an einem Buch über Beatjazz und möchte eine eigene Maschine entwickeln, mit der ich ähnlich wie bei meinem elektronischen Saxophon den Ton mit Hilfe des Luftdrucks modulieren kann. Ich möchte weiter neue Sache ausprobieren, nicht nur musikalisch, sondern auch, wie ich Menschen mit meiner Musik erreichen kann. Dabei überlege ich: Wie würde ich mir selber etwas verkaufen? Ich habe in den letzten Jahren kein Geld für CD- oder MP3-Käufe ausgegeben. Die Leute investieren mehr Geld für Erlebnisse wie Konzerte als für Daten, die mittlerweile im Netz überall erhältlich sind. Deswegen stelle ich meine Musik auch frei zum Download.</p>
<p><a href="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/03/ULIPHOTOSHOOT5187.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-5621" title="Onyx Ashanti 3" src="http://www.kunstundso.com/wp-content/uploads/2010/03/ULIPHOTOSHOOT5187-200x300.jpg" alt="ULIPHOTOSHOOT5187 200x300 Wie man mit seiner Leidenschaft auf der Straße Geld verdient: Interview mit Onyx Ashanti" width="200" height="300" /></a></p>
<p>Vielen Dank für Deine Einblicke. Hier meine Empfehlung: <a href="http://onyxashanti.bandcamp.com/" target="_blank">Ladet</a> und genießt den Sound von Onyx Ashanti und lest seinen <a href="http://onyx-ashanti.ning.com/" target="_blank">Blog</a>. Schreibt einen Kommentar, was Ihr von seinen Ideen und Erfahrungen haltet.</p>
<p>Hier ein Beispiel seines <a href="http://kunstundso.com/media/Vorlagen/flyer_onyx_ashanti.pdf" target="_blank">Flyers</a>. Ihr seht, wie er alle wichtigen Informationen knapp zusammengefasst hat, um es potentiellen Kunden leicht zu machen, ihn zu buchen.</p>
<p>Wie man einen so genannten Elevator Pitch schreibt, erfahrt Ihr im Artikel: &#8220;<a href="http://www.kunstundso.com/2009/04/14/kurze-prasentation-von-ideen-der-elevator-pitch/" target="_blank">Kurze Präsentationen von Ideen &#8211; der Elevator Pitch</a>&#8221;</p>
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</span></div>

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