Christoph Walther von Zärtlichkeiten mit Freunden: “Wir müssen ja auch mal aufs Klo gehen.”

Herz Zärtlichkeiten mir Freunden

Ich war nicht nur einmal Gast bei der bekannten Band “Zärtlicheiten mit Freunden”. In meinen ganz frühen Tagen habe ich mir sogar mal einen “Backstage” Raum mit der Band geteilt. Das ist schon so lange her, da hatte ich noch nicht einmal einen Führerschein. Vor 4 Jahren habe ich in Dresden eine Wette verloren und musste die komplette Band, ankündigen: Das sind Christoph Walther aka “Cordula Zwischenfisch” und Stefan Schramm aka “Ines Fleiwa”.

“Zärtlichkeiten mit Freunden” räumen nicht nur einen Comedypreis nach dem anderen ab, sondern sind auch die Rettung der deutschen Comedy. ”Wow”, werdet Ihr Euch denken, wen der Stefan alles kennt. Es wird noch besser: Christoph hat sich bereit erklärt, ein paar meiner Fragen zu beantworten:

Wie lange gibt es die Band Zärtlichkeiten mit Freunden und wie habt Ihr Euch gefunden?

Christoph Walther: Uns gibt es, seit wir denken können. Oder zumindest solange, wie wir uns erinnern, denken zu können. Ein Foto der Bandgründungsfeierlichkeiten liefert den Beweis. Man kann es auf unserer Homepage ansehen. Wir sind ungefähr vier Jahre alt und sitzen am Konferenztisch im Garten von Tante Renate. Der erste Auftritt als Band folgte nach entbehrungsreichen Jahren des Probens im Jahre 1999Wir sollten bei einer Schiffstaufe für den entsprechend würdigen Rahmen sorgen. Es ist uns aber nicht gelungen.

Mittlerweile spielt Ihr das Programm schon einige Jahre. Neues ist immer wieder dazu gekommen und andern Teile sind verschwunden. Wie lange dauert eine Vorführung mit allen Gags? Spielt ihr die auch in einem Stück?

Christoph Walther: Leider können wir diese Frage nicht hinreichend beantworten. Es müsste etwas über eine Woche werden. Wir tragen uns aber schon lange mit dem Gedanken, einmal einen Auftritt in voller Länge für das “Guinness-Buch der Rekorde” oder wenigstens für das “Sternburger-Buch der Rekorde” zu spielen. Die bestehende Rekordspielzeit ist, nach unserer Recherche, sehr lang. Das halten wir sicher nicht durch. Wir müssen ja auch mal aufs Klo gehen.

Eure TV-Präsenz ist bemerkenswert. Ihr seid unter anderem bei Stefan Raab und Ottfried Fischer aufgetreten. Inwieweit haben solche weitreichenden Medien Einfluss auf Eure Buchungen?

Christoph Walther: Ein Fernsehauftritt ist wie ein bewegtes Plakat. Es wird von sehr vielen Leuten wahrgenommen. Im Idealfall sogar von Mitgliedern der Zielgruppe. Und wenn die dann hinterher auf die Homepage klicken und Eintrittskarten für ein Konzert kaufen, dann merken wir das. Vor allem, wenn es Karten für ein Konzert von uns sind. Denn wir fahren ja auch auf das Konzert und sehen die Leute dann im Zuschauerraum.

Darstellende Künstler haben es zunehmend schwer an Engagements zu gelangen. Was ist der effektivste Weg einen Gig zu bekommen?

Christoph Walther: Das ist ein schwierige Frage. Zunächst muss man sich einen Termin suchen an dem man selbst und möglichst viele andere auch Zeit haben. Dafür bietet sich ein Sonnabend an. Dann sollte man diesen Termin bekanntgeben und sich selbst auch gut notieren, damit man ihn nicht vergisst oder zu einem anderen Ort fährt. Bevor der Termin heranrückt, sollte noch einmal geübt werden. Wenn man dann bei der Durchführung ein gutes Resultat erzielt, dann merken es sich die Leute und kommen wieder, oder legen jemand anderem nahe, auch einmal nach einem Termin zu spähen.

Weiterhelfen kann auch: Viel Spielen, sich nicht ärgern, wenn nur wenige kommen, gemischte Shows mit regional bekannteren Kollegen spielen, Teilnahme an Wettbewerben, Medienkontakte knüpfen und pflegen, freundliche Pressearbeit und – ganz wichtig – liebevolle Fanpflege. Uns hat die Internationale Kulturbörse in Freiburg viele Türen geöffnet. Wir empfehlen, wenn man ernsthaft innerhalb kürzester Zeit eine Menge Veranstalter erreichen möchte, dort zu spielen.

Was zeichnet Euren Humor besonders aus?

Christoph Walther: Das müssen andere beurteilen. Zum Beispiel welche, die sich damit auskennen. Wir versuchen überraschend zu sein, manchmal albern, manchmal um die Ecke, manchmal langsam, manchmal blitzschnell, manchmal visuell, manchmal platt, manchmal nur für fünf Menschen im Fachpublikum, manchmal absurd und ohne Grund. Und das wichtigste, wir versuchen den Humor aus uns selbst entstehen zu lassen. Das finden wir glaubwürdiger.

Wie stellst Du Dir Deine Zukunft vor. Auf welche Projekte dürfen wir uns freuen?

Christoph Walther: Ich würde gern mal in fremden Ländern auftreten. Unser Programm bietet einige Stellen, die vielleicht sogar ohne oder nur mit wenig Sprache auskommen. Das wäre mein Traum, einmal oder auch mehrmals in anderen Ländern zu spielen. Nächsten Monat spielen wir in Belgien. Mal sehen, ob das der Anfang wird.

In Eurem Liebesbrief (Newsletter) gebt Ihr regelmäßig Weltverbesserungsvorschläge. Welche Projekte liegen Euch aktuell besonders am Herzen?

Christoph Walther:: Ja, wir versuchen neben all dem Quatsch auch andere uns wichtige Dinge in die Welt zu posaunen. Wir unterstützen eine Organisation namens ”Rettet den Regenwald”. Das klingt vielleicht ein bisschen altbacken, weil Regenwald schon in den Achtzigern ein Thema war. Aber es geht nicht mehr nur um Schränke aus Tropenholz. Es ist verrückt, welche Zusammenhänge bestehen. Kaufe ich hier in Deutschland eine konventionelle Milch, oder ein Schnitzel, eine Schokolade oder betanke ich mein Auto, sorge ich eventuell mit dafür, dass irgendwo Regenwald abgeholzt wird. Diese Zusammenhänge sind nicht jedem bewusst. Wie auch?

Deswegen empfehlen wir die Seite www.regenwald.org und all die Informationen und Kampagnen, die man dort finden kann. Wir sehen auch eine Gefahr in der Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere. Es ist erschreckend, wie eng Politik und Wirtschaft hier vernetzt, oder gar verfilzt sind. Dazu findet man einige Dinge auf unserer Homepage.

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Lange Rede kurzer Sinn: Zärtlicheiten mir Freunden muss man live sehen. Geht auf ihre Seite und schaut, wann sie in Eurer Nähe spielen. Damit Ihr immer auf dem Laufenden gehalten werdet, empfehle ich, sich in den Newsletter einzutragen. Ich habe das auch gemacht und bekommt regelmäßig einen Liebesbrief.

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